Donnerstag, 24. April 2014
Alvins Night
Freitag, 25. April 2014
Unterwegs I
Samstag, 25. April 2014
Unterwegs II
The Straight Story
USA 1999 – Regie David Lynch – 108`
Broken Flowers
USA 2005 – Regie Jim Jarmusch – 101′
Once Upon a Time in Anatolia
Türkei 2011 – Regie Nuri Ceylan – 157‘
Der 73-jährige Rentner Alvin Straight liegt seit mehreren Jahren im Streit mit seinem Bruder Lyle. Lyle wohnt im 600 Kilometer entfernten Mount Zion im US-Bundesstaat Wisconsin. Als Lyle einen Schlaganfall erleidet, entschliesst sich Alvin, sich von Iowa aus auf die Reise zu seinem Bruder zu begeben, um ihm beizustehen und den Streit endgültig zu beenden. Doch Alvin besitzt keinen Führerschein und weigert sich vehement, gefahren zu werden. Daher setzt er sich auf seinen Aufsitz-Rasenmäher der Marke John Deere und macht sich Richtung Wisconsin auf. Doch schon am Anfang macht ihm der alte Motor einen Strich durch die Rechnung. Doch so schnell will er keineswegs aufgeben und rüstet im nahe gelegenen John-Deere-Markt auf. Die Reise geht weiter – wenn auch mit überaus gemächlichem Tempo. Gerade als der etwas in die Jahre gekommene IT-Fachmann und ewige Junggeselle Don Johnston von seiner jungen Freundin Sherry verlassen wird, erhält er einen anonymen Brief, der ihn davon in Kenntnis setzt, dass er einen 19-jährigen Sohn hat, der sich aufgemacht haben soll, ihn zu suchen.
Dons Nachbar Winston, ein begeisterter Hobby-Detektiv, drängt ihn, eine Liste seiner ehemaligen Freundinnen aufzustellen, die für den Brief in Frage kommen. Winston findet bei seinen Nachforschungen heraus, was aus den fraglichen fünf Frauen geworden ist. Eine von ihnen ist inzwischen bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Zu den verbliebenen vier erstellt Winston für Don einen kompletten Reiseplan mit Flug-, Auto- und Hotelbuchungen. Schliesslich kann er den zögerlichen Don dazu bringen, sich auf diese Odyssee quer durchs Land zu den potentiellen Absenderinnen zu begeben.
Es ist nicht nur eine Reise zu Johnstons „Ehemaligen“, vielmehr handelt es sich um eine ironisch zugespitzte Führung durch die US-amerikanische Gesellschaft und ihre unterschiedlichen Lebensstile.
Ein Haus an einer Fernstrasse irgendwo in Anatolien. Drei Männer sitzen drinnen beim Tee, dann geht einer hinaus, um seinen Hund zu füttern. „Autowerkstatt“ steht auf einer Mauer. In der Ferne braut sich ein Gewitter zusammen. Ein Lastwagen donnert vorbei.
Eine andere, ungeteerte Strasse in der Abenddämmerung. Drei Wagen mit eingeschalteten Scheinwerfern nähern sich, eine Handvoll Männer steigt aus und starrt ins Dunkel. „Ist das die Stelle?“ – „Kann sein. Da war ein Brunnen. Ich bin nicht sicher.“ Zwei der Männer tragen Handschellen, ein anderer eine Polizeiuniform. Sie sehen sich um, zucken die Achseln, kehren zu den Wagen zurück und fahren weiter durch die Nacht.
Regie David Lynch,
geboren am 20. Januar 1946 in Missoula, Montana, USA
Regie Jim Jarmusch,
geboren am 22. Januar 1953 in Cuyahoga Falls, Ohio, USA
Regie Nuri Bilge Ceylan,
geboren am 26. Januar 1959 in Istanbul, Türkei
Als Sohn eines Agrarwissenschaflers und einer Lehrerin. Nach dem Abschluss der Highschool fing er an, Kunst zu studieren und wollte Maler werden. Noch während des Studiums an der Pennsylvania Academy of Fine Arts, drehte er 1966 einen ersten Kurzfilm. Unter dem Titel „Eraserhead“ brachte David Lynch 1977 nach fünf Jahren Arbeit seinen ersten abendfüllenden Kinofilm heraus, bei dem er für Produktion, Buch, Regie, Schnitt und Spezialeffekte verantwortlich war.
Die meisten Filme von David Lnych entziehen sich einer einfachen Interpretation. Er selbst äusserte einmal seine Verwunderung darüber, dass die Menschen einen Sinn in der Kunst suchen – obwohl doch auch das Leben keinen Sinn macht.
Seine Mutter schrieb Filmkritiken und war Reporterin von Unterhaltungsveranstaltungen. Um dabei ihre Ruhe zu haben schickte sie Jim als Kind häufig ins Kino, wo er sich mit anhaltender Begeisterung B-Movies ansah. Bereits mit 14 Jahren interessierte sich Jim Jarmusch für die Gegenkultur, dies waren etwa Bücher der Beatniks Burroughs und Jack Kerouac oder Schallplatten der Mothers of Invention. Mit gefälschten Ausweisen besuchte er mit seinen Freunden am Wochenende ein Kino, das Untergrundfilme zeigte.
Nach dem Studium für Filmwissenschaften an der angesehenen Tisch School of the Arts in der New York University drehte er 1980 seinen Abschluss- und gleichzeitig ersten Film Permanent Vacation.
Im Alter von zwei Jahren zog die Familie in die Provinz Çanakkale, in die Westtürkei. Mit zehn Jahren kehrte Ceylan wieder in seine Geburtsstadt zurück. Ceylan studierte an der Bosporus-Universität Elektrotechnik und entschloss sich nach einer Reise zum Himalaya eine Militärlaufbahn einzuschlagen. Anderthalb Jahre diente er in einem Armeekorps in Anatolien und vertrieb sich die Zeit mit Lesen. Zu seiner Lektüre gehörte auch die Autobiografie von Roman Polanski, die ihn nach dem Lesen dazu antrieb, eine Zukunft als Filmemacher anzustreben. Ceylan studierte später in Istanbul und London Filmwissenschaft und feierte 1995 sein Debüt als Regisseur.
  This Must Be the Place
Irland/USA 2011 – Regie Paolo Sorrentino – 118′
Nueve reinas
Argentinien 2000 – Regie Fabián Bielinsky – 109“
Früher feierte der Rockstar Cheyenne mit seiner Band Cheyenne and the Fellows grosse Erfolge.
Als sich zwei Jugendliche durch seine Musik inspiriert das Leben nahmen, hörte er auf. Bis heute plagen ihn grosse Schuldgefühle.
Zwanzig Jahre nach dem abrupten Abbruch seiner Karriere fristet er in seiner Villa in Dublin ein eintöniges und isoliertes Leben. Die einzige Abwechslung bieten seine sich liebevoll kümmernde Ehefrau Jane, sein sexbesessener Freund Jeffrey und das traurige Goth-Mädchen Mary, dessen Mutter ihr Dasein damit verbringt, auf die Rückkehr des fortgegangenen Sohnes zu warten. Geplagt von Langeweile spekuliert Cheyenne an der Börse und versucht, Mary mit dem schüchternen Desmond zusammenzubringen.
Als ihn die Nachricht erreicht, dass sein jüdischer Vater im Sterben liegt, macht er sich aufgrund seiner Flugangst zu Schiff nach New York auf.
Der Betrüger Marcos  beobachtet Juan bei einem missratenen Banknotentrick und bewahrt ihn vor dem Gefängnis, indem er sich als Polizist ausgibt. Da er gerade auf der Suche nach einem neuen Partner ist, bietet er Juan an, ihn unter seine Fittiche zu nehmen, denn zu zweit lassen sich weit lukrativere Betrügereien durchführen. Da Juan unbedingt Geld für seinen Vater auftreiben muss, willigt er ein und es beginnt ein kleiner Wettbewerb, in dem sich die beiden Angeber ihre «beruflichen» Fähigkeiten präsentieren. Doch plötzlich bietet sich ihnen der Coup des Lebens an: Der Verkauf eines gefälschten Briefmarkenblocks mit dem Namen: Die Neun Königinnen (Nueve Reinas).
  Regie Paolo Sorrentino,
geboren am 31. Mai 1970 in Neapel, Italia
Regie Fabián Bielinsky,
geboren am 3. Februar 1959 in Buenos Aires, Argentinien …
Drehbuchautor und Filmregisseur. Bekannt wurde Sorrentino mit seinem Film Il Divo, in dem ein Teil des Lebens des mehrmaligen italienischen Ministerpräsidenten Giulio Andreotti und dessen mutmassliche Mafia-Verbindungen dargestellt werden. 2010 drehte Sorrentino seinen ersten englischsprachigen Film, Cheyenne – This Must Be the Place. Topaktuell der diesjährige Oscar für den besten fremdsprachigen Film La grande bellezza. … und leider viel zu früh verstorben im Alter von 47 Jahren an einem Herzinfarkt während Casting-Arbeiten für einen Werbefilm in São Paulo. Schon als Highschool Student in Buenos Aires  drehte er seine ersten Filme. Studierte danach aber Psychologie, einen Beruf, den er nach Abschluss jedoch nur kurz weiter verfolgte. Nueve reinas war sein erster grosser Film.